Floorball: Endlich – erster Sieg für die Damen

Foto: I. Furch
Nach drei Niederlagen zum Beginn der Premierensaison in der Damen Bundesliga, konnte die Damenmannschaft der SSF Dragons Bonn mit einem 7:1 Sieg in München nun endlich die ersten Punkte einfahren.

Gemischte Gefühle in den ersten Minuten
Der vierte Bundesligaspieltag begann für die Bonner Floorballdamen richtig gut: In der 3. Spielminute startete Verteidigerin Michelle Klaiber nach einem gewonnen Zweikampf entlang der rechten Bande durch und hatte kurz vor dem gegnerischen Tor noch die notwendige Übersicht, um auf die mitgelaufene Amira Taube quer zu legen – 1:0 aus Bonner Sicht. Nur knapp eine Minute später verloren die Bonnerinnen jedoch kurzzeitig völlig die Ordnung, was der FC Stern München direkt nutzte um auszugleichen. Die in der Folge immer wieder mal auftretende Unordnung im Bonner Spiel kam nicht von ungefähr: Durch die Abwesenheit der beiden Center Elena Bröker und Greta Boeker, war Trainer Daniel Mahnken gezwungen die Reihen ordentlich durch zu würfeln. Und obwohl die Dragons in der 8. Minute noch durch eine Kombination von Leah Bartz und Emma Fischbach auf 2:1 erhöhen konnten, war die Unsicherheit der Mannschaft bis auf die Tribüne spürbar. Fast alle Angriffe wurden viel zu überhastet abgeschlossen und auch im Aufbau fehlte oft die nötige Geduld und Präzision, um die Münchnerinnen auseinander zu spielen. Dementsprechend unzufrieden äußerte sich Mahnken nach Spielende über dieses Drittel: „Im ersten Drittel haben wir richtig schlecht gespielt. Ich glaube sogar es war eines der schlechtesten Drittel, die ich je von unserer Mannschaft gesehen habe.“ Doch auch den Spielerinnen schien klar gewesen zu sein, dass sie es eigentlich besser können. „Bisher hatten wir unsere Schwächephase meist im letzten Drittel, diesmal war es das erste. Für das nächste Spiel gegen Grimma müssen wir uns vornehmen von Anfang an einfach ruhiger und konzentrierter zu spielen“, analysierte Karen Grünewald die ersten 20 Minuten.

Einfachen Floorball
„In der ersten Pause habe ich der Mannschaft gesagt, dass wir versuchen müssen wieder einfachen Floorball zu spielen“, erläutert Mahnken die sichtbar zurückgekehrte Stabilität im zweiten Spielabschnitt. Die Bonner Damen wirkten jetzt geduldiger, brachen Angriffe zugunsten eines geordneten Aufbaus auch mal ab und kamen so immer wieder zu gefährlichen Chancen. In der 30. Minute erhöhte dann Gundula Schwend mit einem Fernschuss aus halbrechter Position auf 3:1. Etwa sieben Minuten später war es erneut Amira Taube, die wieder goldrichtig im Münchener Slot stand und eine Vorlage von Katharina Rebmann zum 4:1 verwerten konnte. Kurz vor der Pause gab es dann fast noch das 5:1, als Gundula Schwend einen Pass über die Bande genau im Lauf von Claudia Birkigt platzierte, die jedoch im 1-gegen-0 mit der Münchener Torfrau den Kürzeren zog.

Erleichterung bei Trainer und Spielerinnen
Zum letzten Drittel musste Mahnken, aufgrund einer Verletzung der zuvor fast noch erfolgreichen Claudia Birkigt, das Personalkarussell erneut anwerfen. Er beorderte die beiden Verteidigerinnen Klaiber und Jahn in den Sturm, was weitere Verschiebungen in den Reihen nach sich zog.
Auch der Münchener Coach hatte in der Pause offenbar nochmal „Feintuning“ an seinem Team betrieben, denn die Damen des FC Stern kamen nun deutlich bissiger aus der Kabine und setzten Bonn früh unter Druck. Während die Angriffe der Sterne auch Dank Bonner Torfrau Manuela Stüßer erfolglos blieben, konnten die Dragons in der 49. Spielminute durch Kapitänin Grünewald weiter erhöhen – 5:1. Vier Minuten vor Abpfiff erzielte dann noch Verteidigerin Rike Schlotmann ihren bis dato längst verdienten Treffer zum 6:1. Den Schlusspunkt setzte dann aber erneut Grünewald, die nach einem Schuss von Kaja Waloßek den Nachschuss zum 7:1 Endstand einnetzte.

„Ich bin erleichtert über den heutigen Sieg. Vor allem im Hinblick auf die verbleibenden schweren Spiele gegen Grimma [Anm.: 02.12. in Bonn] und Weißenfels [Anm.: 16.12. in Weißenfels] in diesem Jahr“ beschreibt Karen Grünewald die Situation nach dem Spiel. Auch Trainer Daniel Mahnken beschreibt seine Erleichterung über die ersten Punkte und ergänzt: „Man hat heute wieder gesehen, dass die Mannschaft alles erreichen kann, wenn sie an sich glaubt. Im ersten Drittel hat dieser Glaube gefehlt, wir haben uns unsicher gefühlt und dachten wir sind das schlechteste Team der Welt. Später haben wir uns wieder gefangen und toll gespielt. An dieser Einstellung müssen wir arbeiten, dann können wir alles erreichen.“
 
Johan Gallwitz

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